Wettquoten

Bevor man das erste Mal eine Sportwette abgibt, sollten die Grundlagen in diesem Bereich klar sein. Zu diesen “Basics” gehört die Frage, was eine Wettquote überhaupt genau ist und wie sich diese und der daraus mögliche Gewinn berechnen.
Allgemein gesprochen stellt die Wett- oder Gewinnquote den Faktor dar, mit dem der Wetteinsatz bei einem Gewinn multipliziert wird, um so den gewonnenen Betrag zu ermitteln.

Darstellungsarten von Quoten

Bei der Darstellung der Quoten wird zwischen der dezimalen (europäischen), englischen und amerikanischen Weise unterschieden. Bei vielen Anbietern können Sie die von Ihnen gewünschte Darstellungsform frei wählen.

Dezimal

dezimale Wettquoten Beispiel

Ein Bespiel für die uns vertraute dezimale (europäische) Qutendarstellung bei Online-Buchmacher youwin

Die dezimalen Quoten werden in einem Großteil Europas verwendet, weshalb sie auch unter der Bezeichnung „Europäische Quoten“ bekannt sind. Sie werden – wie die Bezeichnung schon nahelegt – in der Dezimalschreibweise ausgewiesen.
Dabei gibt die Gewinnquote das Verhältnis zwischen dem im Gewinnfall zu erwartenden Auszahlungsbetrag und dem getätigten Einsatz an. Der gegebenenfalls auszuzahlende Betrag kann folglich durch Multiplikation des Einsatzes mit dieser Quote errechnet werden. Zu beachten ist dabei, dass der so berechnete Auszahlungsbetrag den Bruttogewinn – also Einsatz plus Nettogewinn – darstellt.

Dementsprechend erhält ein Spieler bei einer beispielsweisen Quote von 1,50 und einem Wetteinsatz von € 10,00 im Gewinnfall einen Betrag von € 15,00 ( = Nettogewinn von € 5,00) ausgezahlt.

English

Englische Wettquoten Beispiel

Beim Buchmacher bet365 sehen die Quoten also so aus, wenn man die Option für die englische Darstellung (Bruch) wählt

Anders als im Rest Europas wird in Großbritannien eine “Englische Quote” oder auch “Fraktionelle Quote“  angewandt. Diese Quoten werden in Bruchform angegeben: eine Quote von 0,50 wird also als 1/2 dargestellt (gegebenenfalls mit dem Zusatz „against“).
Zur Ermittlung des Gewinns wird die jeweilige Quote mit dem Wetteinsatz multipliziert. Anders als bei den „Europäischen Quoten“ bezeichnet die „Englische Quote“ jedoch das Verhältnis zwischen dem im Gewinnfall zu erwartenden Nettogewinn und dem getätigten Einsatz. Der sich aus der Multiplikation ergebende Betrag ist folglich nicht der Brutto-, sondern der Nettogewinn. Zur Ermittlung des Auszahlungsbetrags ist somit der ursprüngliche Einsatz noch hinzuzurechnen.

Bei einer Quote von 1/2 und einem Einsatz von € 10,00 würde sich also im Gewinnfall ein Auszahlungsbetrag von € 15,00 (1/2 x € 10,00 + € 10,00) ergeben.

Ist der Nettogewinn genauso groß, wie der Einsatz, so wird dies als „even money“ bezeichnet.

Hinweis: Eine gewisse Vorsicht ist geboten, wenn eine Quote (als Beispiel 3/2) den Zusatz „on“ hat. Dieser Zusatz – genannt „odds on“ – bedeutet, dass der Nettogewinn kleiner ist als der Einsatz, es sich also eigentlich um eine Quote 2/3 handelt.

Im genannten Beispiel würde bei einer Quote von „3/2 on“ und einem Einsatz von € 10,00 folglich lediglich ein Auszahlungsbetrag von € 16,66 (2/3 x € 10,00 + € 10,00) entstehen.
Da die „Englische Quote“ nur Auswirkungen auf den Nettogewinn hat, gibt es zwar immer noch einen Gewinn – doch zur Vermeidung einer Enttäuschung einer voreiligen Gewinnerwartung sollte hier genau hingeschaut werden. Zur besseren Unterscheidung werden diese Quoten oftmals in roter Farbe angeschrieben. Allerdings ist diese Darstellungsform seltener als “against”-Form.

Amerikanisch

Amerikansiche Wettquoten Beispiel

Hier die amerikanische Quotendarstellung am Beispiel von Pinnacle Sports

In den USA wird eine sich von Europa unterscheidende Quotenform verwendet. Die Darstellung der „Amerikanischen Quoten“ erfolgt in ganzen Zahlen. Diese können ein Plus- oder ein Minuszeichen vorangestellt bekommen.

Bei einem positiven Vorzeichen zeigt die angegebene Quote an, welche Summe der Spieler bei einem Einsatz von 100 Dollar im Gewinnfall als Nettogewinn erhält. Der getätigte Einsatz wird also mit der Quote multipliziert und das Ergebnis dann durch hundert geteilt. Zur Ermittlung des Auszahlungsbetrags muss sodann der ursprüngliche Einsatz noch hinzugerechnet werden.

Bei einer Quote von „+150“ ergibt sich folglich bei einem Einsatz von 10 Dollar ein Nettogewinn von 15,00 Dollar (Einsatz x Quote : 100). Als Auszahlungsbetrag errechnet sich bei diesem Beispiel im Gewinnfall dann eine Summe von 25,00 Dollar (Nettogewinn + ursprünglicher Einsatz).

Diese positive Angabe wird jedoch nur bis zu dem Punkt verwendet, bei dem der Nettogewinn mindestens dem Einsatz entspricht (also bis zu einer Quote von +100 oder größer). Sobald der Nettogewinn kleiner als der Einsatz ist, wird ein negatives Vorzeichen verwendet.

Eine Quote mit negativem Vorzeichen gibt dann an, welcher Betrag eingesetzt werden muss, um auf einen Nettogewinn von 100 Dollar zu kommen. Der Einsatz muss demgemäß mit hundert multipliziert und dann durch die angegebene Quote geteilt werden, um den möglichen Nettogewinn zu errechnen. Für den Auszahlungsbetrag wird auch hier anschließend der ursprüngliche Einsatz hinzugezählt.

Bei einer Quote von „-200“ kommt folglich bei einem Einsatz von 10,00 Dollar im Gewinnfall ein Nettogewinn in Höhe von 5,00 Dollar zustande (Einsatz x 100 : Quote). Dies ergibt einen Auszahlungsbetrag von 15,00 Dollar (Nettogewinn + ursprünglicher Einsatz). Dies entspräche also unserem Beispiel aus dezimal und englisch in der amerikanischen Darstellung.

Wie werden Quoten berechnet?

Bei der Quotenaufstellung berücksichtigt der Buchmacher, dass ein rationales Verhalten der Spieler in vielen Fällen nicht immer angenommen werden kann. Nur wenige Spieler informieren sich vor einer Wette eingehend über aktuelle Einflüsse oder gar anhand von Statistiken oder Quotenberechnungen über tatsächliche Wahrscheinlichkeiten.

Eine große Anzahl an Wettteilnehmern platziert ihren Einsatz „aus dem Bauch“ heraus, wobei nicht selten auch der „große Name“ oder persönliche Vorlieben eine große Rolle spielen. Ein erfahrener Buchmacher versucht all dies in seine Berechnungen einfließen zu lassen. Wer ernsthaft wettet sollte also die angebotenen Quoten stets genau analysieren. Dazu erhalten Sie aber mehr Informationen in unserem Wissensbereich Wettstrategien.

Rechnet man die angegebenen Quoten für ein Sportereignis zusammen, so ist in der Regel davon auszugehen, dass ein Ergebnis unter 100 Prozent zustande kommt. Dies liegt daran, dass der Buchmacher die Quoten möglichst so berechnet, dass er unabhängig vom Ausgang des Ereignisses einen Profit erwirtschaften kann.

Die angebotenen Wettquoten zeigen also nicht unbedingt direkt 1:1 die tatsächliche Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs auf. Sie geben allerdings eine gute Indikation wie Experten (also die Buchmacher) ein Ereignis einschätzen.

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